Verlustangst ist ein breites Feld. Und sie sieht nicht immer gleich aus. Die verschiedensten Ängste können sie prägen und ihr Ursprung sein. Jede Verlustangst gestaltet sich ein wenig anders. Manche Menschen kämpfen gleich mit mehreren Facetten, die sie immer wieder schwächen, andere nur mit ein oder zweien. Die folgenden Phänomene gehen oft mit der Verlustangst einher:
Die Angst vor dem Alleinsein
Hast du Angst, in der nächsten Zeit viel Zeit allein zu verbringen, zum Beispiel an Wochenenden? Selbst wenn du genug Freunde hast, können sich Einsamkeit und Leere sehr belastend anfühlen. Dann kann es wichtig sein, genau das Schritt für Schritt auszuhalten. Und nicht nur auszuhalten, sondern sich dabei wieder zunehmend wohlzufühlen. Wenn du diese Phase bewusst nutzt, kannst du ungute Gefühle nach und nach verändern und erleben, dass genau diese Zeit eine wertvolle Zeit für dich selbst werden kann.
Anhaften an Illusionen
Manchmal ist es nicht leicht, wirklich und wahrhaftig zu akzeptieren, dass eine Beziehung beendet ist. Das ist oft dann der Fall, wenn wir auch innerhalb einer Beziehung bestimmte Dinge nicht wahrhaben wollten. Erkennen kann man dieses Phänomen daran, dass wir uns des Öfteren in Tagträumen oder in Phantasien verlieren. Sind deine Träume und Wünsche nahe an der Realität?
Angst vor Entscheidung
Wenn eine Beziehung vorbei ist, dein Ex-Partner sich aber sporadisch immer wieder meldet und damit den Status des Getrenntseins missachtet, liegt es an dir, Position zu beziehen. Willst du Spielball dieser Launen sein, verfügbar sein, wenn der andere sich meldet, und ansonsten warten? Oder möchtest du deinen eigenen Weg weitergehen, ohne dich davon abbringen zu lassen?
Angst vor Ablehnung
In manchen Beziehungen fühlen wir uns immer wieder und überproportional oft von unserem Partner abgelehnt und zurückgewiesen. Entweder weil dies tatsächlich geschieht, oder weil wir besonders empfindlich sind und überall Abweisung wittern. Wie fühlt sich diese Abweisung für dich an? Kommt dir dieses Gefühl bekannt vor? Hast du dich schon oft so gefühlt? Kennst du es sozusagen „schon immer"? Dann kann es hilfreich sein zu wissen, dass dieser Schmerz häufig ein alter Schmerz aus der Kindheit ist. In Liebesbeziehungen werden oft Gefühle angetriggert, die uns schon viel länger begleiten als die aktuelle Beziehung. Möchtest du diese Gefühle gern loswerden?
Emotionale Abhängigkeit
Wenn wir unseren Ex-Partner nach längerer Zeit der Trennung innerlich immer noch nicht loslassen, irgendwie nicht von ihm loskommen, weil wir Angst haben, dass niemand sonst diese entstandene Leere und Einsamkeit wieder füllen kann, dann kann es sein, dass wir emotional abhängig von diesem Menschen geworden sind. Weitere Anzeichen für emotionale Abhängigkeit können sein:
- wenn du unter der Beziehung mehr gelitten haben, als dass sie du erfüllt hat
- wenn du nur noch wenig andere Aktivitäten unternommen haben, als sich mit deiner Beziehung zu beschäftigen
- wenn du übertrieben eifersüchtig bist oder warst
- wenn du ständig in Sorge um das Wohlergehen deines Ex-Partners waren
- wenn deine Gedanken sich ständig um deinen Ex-Partner drehen und du bisher keine Lösungen für deine Probleme gefunden haben
Möchtest du dich aus dieser Abhängigkeit befreien?
Angst vor der Wahrheit
Manchmal können wir uns nicht eingestehen, dass unsere letzte Beziehung vielleicht doch nicht das war, was wir eigentlich von ihr wollten. Dass die Liebe, die die Beziehung hätte tragen sollen, viel kleiner war, als wir es merkten oder es erwarteten. Kennst du den Unterschied zwischen beziehungsfähig und liebesfähig? Weißt du, dass Menschen, die nur begrenzt liebesfähig sind, auch weniger beziehungsfähig sind? Was musst Du wissen, um in deiner nächsten Beziehung besser zurecht zu kommen?
Angst, neue Ziele finden zu müssen
Wenn du deinen Fokus nur darauf richtest, was du verloren hast, nämlich deine letzte Beziehung, wirst du eher traurig und kraftlos. Wenn du den Fokus dagegen darauf richtest, was dir im Leben sonst noch wichtig ist, was du vielleicht schon lange angehen wolltest und was jetzt möglich wird, entsteht wieder Orientierung. Und wenn Zukunftsgedanken im Moment noch schwerfallen, weil du voller Trauer und Schmerz bist, kann dennoch die Vorstellung hilfreich sein, dass eine Zeit kommen wird, in der du dich wieder fragst: Was möchte ich jetzt aus meinem Leben machen? Weißt du, wie du dir neue Ziele setzen kannst?
Bereit für den nächsten Schritt?
Nimm Kontakt auf und kläre im Kennenlerngespräch, ob die Arbeit zu deinem Anliegen passt.
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