Trennung macht fast immer Angst ... denn es gibt viel zu verlieren: Hierbei verlieren wir nämlich nicht nur den Partner, sondern auch vieles, was mit der Beziehung einherging.
Je länger die Beziehung bestand, desto größer ist der Verlust: die Zukunft, die wir uns ausgemalt hatten, findet nicht mehr statt; der Freundeskreis kann sich minimieren; die Familie kann dadurch „zerstört" werden; die finanziellen Mittel knapper werden; das Haus verloren gehen; sogar das Ansehen der eigenen Person kann in Mitleidenschaft geraten.
Sind die Ängste vor einer Trennung groß, gibt es also die verschiedensten Dinge zu bearbeiten: angefangen bei diesen Unannehmlichkeiten, die mit Selbstwertproblematiken einhergehen können, aber nicht müssen, bis zu den Gefühlen des Alleinseins, denen gegenüber wir uns gewappnet fühlen wollen.
Darüber hinaus fehlt oft schlicht die Vorstellung, wie ein glückliches Leben nach einer Trennung aussehen könnte.
Es kann aber auch sein, dass wir einen großen Schmerz erwarten, dem wir uns dann ausgeliefert fühlen könnten.
Ursachen für Ängste bei Trennung
- Frühe Bindungserfahrungen: Die Qualität der frühen Bindung zwischen einem Kind und seinen Pflegepersonen kann die Entwicklung von Trennungsängsten beeinflussen. Unsichere oder instabile Bindungen in der frühen Kindheit können zu erhöhten Ängsten führen, wenn das Kind von seinen Bezugspersonen getrennt wird.
- Übermäßige Sorgen: Manchmal entwickeln sich Trennungsängste aufgrund von übermäßigen Sorgen über mögliche Gefahren, die den Liebsten zustoßen könnten, wenn man nicht zusammen ist.
- Frühe Verlusterfahrungen: Kinder oder Erwachsene, die frühe Verlusterfahrungen gemacht haben, wie den Tod eines Elternteils oder eine Scheidung, können stärkere Trennungsängste entwickeln.
- Überbehütende Erziehung: Überbehütende Erziehungsstile können bei Kindern die Entwicklung von Unabhängigkeit und Selbstvertrauen hemmen, was zu erhöhten Trennungsängsten führen kann.
- Genetische Disposition: Auch genetische Dispositionen spielen eine Rolle, wobei Kinder von Eltern, die selbst Ängste oder Angststörungen haben, ein höheres Risiko für die Entwicklung von Trennungsängsten haben können.
- Stressige Lebensereignisse: Stressige Lebensereignisse oder große Veränderungen, wie ein Umzug, Schulwechsel oder der Eintritt in den Kindergarten, können Trennungsängste auslösen oder verstärken.
- Temperament: Kinder mit einem natürlicherweise ängstlicheren oder schüchternen Temperament können anfälliger für Trennungsängste sein.
- Soziale Einflüsse: Einflüsse aus dem sozialen Umfeld, wie das Verhalten von Gleichaltrigen und kulturelle Normen bezüglich Unabhängigkeit und Trennung, können auch eine Rolle spielen.
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